Neuanfang Senfmühle

Friedrich Morgenroth kaufte 1990 das Anwesen von der Treuhand zurück und stand nun da mit einem riesigen Gebäudekomplex und keiner flüssigen Mark für notwendige Investitionen.
Was aber über Generationen die politischen und wirtschaftlichen Auf- und Niedergänge überstanden hatte, erwies sich auch 1990 als tragfähig genug: das Vertrauen in die eigene Kraft der Familie.
Die um 1830 bereits schon einmal florierende Senfmüllerei wurde neu belebt.
Gerade dazu benötigt man die alte Technik und feine alte Rezepte um Senf von höchster
Qualität herstellen zu können.

Die Technik war vorhanden und die Rezepte entdeckte Friedrich Morgenroth beim Durchstöbern alter Akten.
Jeder der heute die Mühle besichtigt, staunt wie wenig Platz eigentlich für die Senfproduktion in dem riesigen Gebäude nötig ist. Doch es dauerte noch bis zum Mai 1999, bis die Erfüllung seines Traumes wahr wurde und der erste Senf produziert wurde.
Viele Schwierigkeiten mussten aus dem Weg geräumt, Kredite beschafft und unzählige Behördengänge erledigt werden.
Viel wurde experimentiert und für die Endproduktion zwei spezielle Mahlsteine angeschafft.

Allein diese geben dem Kleinhettstedter Senf jenen unnachahmlichen Geschmack, jenes unübertroffene Aroma, der ihn heute bei Feinschmeckern so beliebt macht.
Das Geheimnis liegt dabei in der Geschwindigkeit der Mahlsteine, die sich in Kleinhettstedt mit nur 55 U/min drehen. Dadurch bleibt das Senföl erhalten, während es in industriellen Anlagen bei über 3000 U/min heiß wird und an Aroma und Geschmack verliert. Dass Friedrich Morgenroth mit seiner Methode richtig liegt, beweist der Erfolg.
Der Senf den es heute in ca. 20 verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt, findet immer mehr Liebhaber in ganz Deutschland und darüber hinaus.
So weilte Friedrich Morgenroth 2001 auf Einladung im „Salon des Geschmacks“ in Turin. Dort werden alljährlich die feinsten Delikatessen aus bestimmten Regionen präsentiert.
Neue Geschäftskontakte konnten dabei geknüpft werden und Aufträge aus Japan, Österreich, Italien, den USA und Großbritannien waren der Lohn der Mühen.

Am 2. April 2001 wurde eine 87 Jahre alte und 17t schwere Lanz-Dampfmaschine in Kleinhettstedt aufgestellt. Diese kam aus einer Schleizer Holzbaufirma und wurde nach 30-jährigem Dornrösschenschlaf an ihrem neuen Standort liebevoll restauriert und gangbar gemacht. Am Tag des offenen Denkmals am 9. September 2001 konnte sie erstmals wieder von den staunenden Interessenten im Betrieb besichtigt werden.
Für sein gesamtes Engagement der zurückliegenden Jahre wurden Friedrich Morgenroth und seine Frau Elke am 7. September 2001 in der Erfurter Thomaskirche von Kunstministerin Dagmar Schipanski (CDU) mit dem Thüringer Denkmalschutzpreis ausgezeichnet. Damit wurde auch von Seiten der Denkmalschützer des Freistaates die Erhaltung und Bewahrung des jahrhundertealten Gesamtensembles entsprechend gewürdigt.
Nach einem verheerenden Hochwasser im Januar 2002 mit sehr großen Schäden wurde ein Staubauwerk (Brücke mit Wehr), welches von 1732 bis 1901 schon bestand, neu errichtet und überdacht. Dadurch ist es nicht nur optisch eine Augenweide, es soll später mit einem nachgelagertem Wasserrad ergänzt werden. Im Anschluss daran wurde auch über den Hauptlauf des Mühlgrabens eine neue überdachte Brücke gebaut.
Zur Vermarktung des Senfes wurde ein großer, separater und freundlicher Verkaufsraum eingerichtet.

2004 entstand auf der gegenüberliegenden Hofseite im ehemaligen Kuhstall eine Gaststätte. Für Besucher der Mühle besteht nun die Möglichkeit beim Mühlenwirt einzukehren. Im Obergeschoss des gleichen Objekts findet man heute auch die Senfmühlentenne welche kurz darauf eingerichtet wurde und Geschenkartikel rund um den Senf anbietet.

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Unseren Senf können Sie im Internetshop der Erzeugergemeinschaft Thüringen kaufen -> zum Shop

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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